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Doch noch raus aus der Endlosschleife
Wie ein junger Mann durch Zufall endlich eine Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommt.
Quelle: Werra-Rundschau / 2007-10-05
Sontra. Es ist traurig, aber: Christian Wagner darf sich als echter Glückspilz fühlen. Denn der 18-Jährige hat nach einem zweijährigen Bewerbungsmarathon endlich eine Lehrstelle gefunden. Allerdings nur, weil sich ein Unternehmer seiner sozialen Verantwortung erinnerte und sich für ihn stark gemacht hat.
Zwei Jahre lang Bewerbungen
Christian Wagner, ein bedächtig wirkender Mann mit langem, schwarzem Haar war eigentlich schon weg vom Fenster, was seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt betrafen. Abgeschoben in jene Endlosschleife von Praktika und sogenannten berufsvorbereitenden Maßnahmen, die in den meisten aller Fälle in die Langzeitarbeitslosigkeit münden. Und das, obwohl die jungen Menschen niemals die Möglichkeit bekommen hätten, sich auf demselben zu bewähren.
Doch Christian Wagner hatte Glück. Bei einem Praktikum im Rahmen einer Bildungsmaßnahme fiel er Bauunternehmer Heinrich Laudemann aus Sontra auf. Bei Erweiterungsmaßnahmen auf dem Gelände der Firmenzentrale gefiel dem Chef des Sontraer Betriebes, wie eifrig Christian Wagner die ihm auferlegten Hilfsarbeiten erledigte. Als er den jungen Mann daraufhin ansprach, skizzierte dieser ihm seine gar nicht so rosige Situation: Hauptschulabschluss mit 16, danach etliche Bewerbungen, denen allesamt kein Erfolg beschieden war, dann das Abrutschen in die verschiedenen Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit.
Laudemann setzt sich ein
Christian Wagner erzählte Laudemann von seinem sehnlichen Wunsch, Beton- und Stahlbetonbauer zu werden. Und stieß einmal nicht auf taube Ohren. Laudemann setzte sich in den Kopf, dem 18-Jährigen zu jener Chance zu verhelfen, an die der eigentlich selber nicht mehr recht glauben mochte. „Ich war schon sehr, sehr froh, als ich hörte, dass es doch noch mit einer Lehrstelle geklappt hat“, beschreibt Wagner seine Gefühle, als ihm im August die Zusage ins Haus flatterte. Heinrich Laudemann hatte kurzerhand für Wagner geworben - und zugesichert, dass er die rund 18 Monate Praktikum, die während der Lehrzeit anfallen, auf den Baustellen der Sontraer Firma ableisten kann. „Der Junge hat seine Chance verdient. Er hat sich bereits auf der Baustelle bewährt, ist fleißig und zuverlässig“, erzählt Laudemann.
Christian Wagner ist einer jener Azubis, die in einem von der Bundesagentur für Arbeit geförderten Projekt lernen. Pro Jahr sind das im Kreis etwa 42 und die haben es normalerweise schwer auf dem Arbeitsmarkt. Doch für Christian Wagner sieht die Zukunft nicht so schlecht aus. Er hat sogar eine Perspektive über die drei Jahre seiner Ausbildung hinaus. Denn Heinrich Laudemann hat schon rund 70 eigene Auszubildende in seinem Betrieb übernommen und durchblicken lassen, dass er den Werdegang seines neuen Schützlings sehr genau beobachten wird.
Neues Selbstbewusstsein
„Es ist natürlich schön, wenn ein Lehrling sogar auf eine Festanstellung hoffen darf“, weiß auch Stefan Böttner, Leiter des Ausbildungszentrums der Bauwirtschaft in Eschwege.
Seitdem Christian Wagner die Lehrstelle angetreten hat, sind auch bei ihm Zuversicht und Selbstbewusstsein zurückgekehrt. „Ich hab´ jetzt ein richtig gutes Gefühl.“ (Freitag, 5. Oktober 2007)
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